Putzige Tierchen mit Biss - Marderschäden deutschlandweit

Veröffentlicht von autobutler.de der 17. November 2014, 10:45

Wer bisher geglaubt hat, Marder wären nur in Süddeutschland unterwegs, irrt. Die ADAC-Pannenstatistik zeigt, dass Marderschäden von Konstanz bis Kiel auftreten und jährlich Millionenschäden nicht nur an Autos anrichten. Seit den 90er Jahren treten vor allem Steinmarder-Attacken deutschlandweit auf. Innerhalb der letzten zwei Jahre haben die Marderschäden um 60 Prozent zugenommen. Experten schätzen die Reparaturschäden auf bis zu 40 Mio Euro jährlich.

Fast ausgerottet – jetzt mehr denn je in Aktion

Die schlanken, katzengroßen Wildtiere, wurden bis in die 50er Jahre wegen ihrer Felle gejagt und nahezu ausgerottet. Heute ist das menschenscheue Raubtier in Großstädten zu Hause und lebt seinen Spieltrieb in den engen Unterschlüpfen der Automotoren aus. Als Allesfresser und neugieriges Nagetier, nimmt es alles ins Maul um es zu kosten und zu zerstören. Wittert das Tier den Geruch eines anderen Marders, hinterlässt es ein Massacker. “Das Frühjahr und der Herbst sind die aktivsten Jahreszeiten der Marder. Zur Paarungszeit im Frühjahr finden Rivalitätskämpfe statt und Orte mit Duftspuren von Rivalen werden zerstört, im Herbst nutzt der Marder die warmen Motoren als Schlaf- und Ruheplatz”, erklärt Christian Wolter vom Sachverständigen Zentrum Berlin.

Beliebteste Marderstücke am Auto

Vor allem weiche Gummi- und Kunststoffteile sind vor Marderbissen nicht gefeit. Am beliebtesten sind folgende Autoteile:
Jegliche Art von Kunststoffschläuchen, Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuche
Zündkabel, Stromleitungen und deren Isolierungen
Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung
Isolier- und Wärmedämm-Matten

Erste Hilfe gegen Marderschäden

Wolter erklärt, dass es kein Patentrezept gegen Marderschäden gibt. Er empfielt folgendes:
Autos sind nur in abgeschlossenen Garagen halbwegs sicher
Hausmittelchen wie Mottenkugeln, Hundehaare oder andere Geruchsstoffe sind unbrauchbar
Boden unter dem Motor mit Maschendraht auslegen (ist für Personen ohne Stellplatz kaum praktikabel)
regelmäßige Motorwäschen um Duftspuren nach Marderschaden zu beseitigen, bzw. wenn ein Marderschaden an Nachbar-Autos aufgetreten sind
Ultaschallgeräte, die ständig die Frequenz wechseln können durch ihre hochfrequenten Töne Marder fernhalten
Marder-Abwehrgeräte, die Elektroschocks abgeben schnitten beim ADAC-Test am besten ab (Kosten ca. 130,00 Euro)
Stabile Kabelummantelungen für Schläuche und Leitungen erfüllen ihren Zweck und sind bereis ab 5,00 Euro im Fachhandel erhältlich

Folgeschäden – Auto besser stehen lassen

Angebissene Kühlwasser- oder Unterdruckschläuche können den Motor überhitzen. Neuere Motoren wechseln in das Notlaufprogramm.
Perforierte Zündkabel verhindern einen runden Motorlauf, wenn er überhaupt anspringt. Unverbrannter Kraftstoff kann den Katalysator schädigen.
Gefährlicher sind Schäden, die sich nicht sofort bemerkbar machen, wie zerbissene Gummimanschetten. Schmutz und der Verlust der Fettfüllung kann zu Schäden der Antriebs- und Achsgelenke sowie ggf. der Lenkungsteile führen.

Was und wann zahlt die Versicherung

Teilkaskoversicherungen zahlen Marderschäden nur, wenn sie ausdrücklich in der Versicherungspolicen genannt sind. Versichert sind dann auch nur die Schäden, die unmittelbar durch den Marder entstanden sind. Folgeschäden oder die dringend empfohlene Motorwäsche sind nicht inbegriffen. Durchschnittlich geben autobutler.de Werkstätten eine Schadenshöhe von ca. 200,00 Euro an (was meist innerhalb der Selbstbeteiligung liegt und somit nicht von der Versicherung getragen wird.) Wenn jedoch zur Behebung des Schadens z.B. eine fest installierte Lambdasonde mit ausgetauscht werden muss, weil sie konstruktions- und herstellerbedingt nicht separat ausgetauscht werden kann, gehört dieses Bauteil zum unmittelbaren Schaden.

Skurril und unglaublich

Die Universität Gießen berichtet über einen Fall, bei dem ein Auto abwechselnd im hessischen Grünberg und dem 20 Kilometer entfernten Reiskirchen geparkt war. Der Ärger des jeweiligen »Revierherrn« über die Duftspuren des Rivalen führte jedes Mal zu einem Gemetzel an Kabeln und Schläuchen: Innerhalb von sechs Wochen musste das Auto achtmal in die Werkstatt. Der entnervte Besitzer kaufte schließlich ein neues Fahrzeug.


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Was andere Fahrzeughalter sagen

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2808 bewertungen
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Fehlersuche wie gewünscht erledigt, Leihauto war auch kein Problem und der Preis war 5€ billiger ...
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