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Die Abgasnormen 6: Die wichtigsten Informationen im Überblick

Die Abgasnorm 6 und ihre zugehörigen Normen, wie etwa die Abgasnorm 6d, werden in letzter Zeit oft erwähnt, aber was bedeuten sie eigentlich? Und an welche Abgasnorm muss ich mich in diesem Jahr halten? Falls auch Sie etwas verwirrt sind, wenn es um die gültigen Abgasnormen und deren Bedeutung geht, dann haben wir hier für Sie hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Der Inhalt

Warum hat die Euro-6-Norm verschiedene Stufen?

Das wahrscheinlich verwirrendste an der Abgasnorm 6 ist, dass sie verschiedene Stufen hat, was ein großer Unterschied zu den vorherigen Abgasnormen ist. Bisher existiert die Euro-6-Norm sieben Mal, wobei zwei weitere Stufen noch bis 2021 in Kraft treten werden.

Ein Unterschied der Abgasnorm 6 zu den Abgasnormen 1 bis 5 ist allerdings, dass sich die Grenzwerte zwischen den verschiedenen Unternormen nicht geändert haben. Aus diesem Grund haben die Unternormen lediglich einen anderen Zusatz erhalten, wie etwa die Euro 6d-Temp, welche seit dem 1. Januar 2020 die Mindestanforderung an alle in der EU zugelassenen Autos ist. Es existieren drei Euro 6-Normen, die jetzt nicht mehr zulassungsfähig sind, wie etwa die Norm 6d-Temp. Die Euro 6d-ISC-FCM ist bis 2021 allerdings noch nicht verpflichtend.

Wichtig zu wissen ist auch, dass keine der Abgasnormen konkrete Vorgaben zu dem erlaubten CO2-Ausstoß macht, da dafür nur ein Zielwert für die gesamte Flotte eines Automobilherstellers gilt. Dieser Zielwert ist ab 2021 auf 95 g/km festgelegt, weshalb die meisten Autohersteller verschiedene Elektroautos und Hybrid-Modelle in einer Flotte herstellen.

Für Autofahrer und Herzeugsteller haben die Vorschriften der Euro-6-Norm nur bedingt eine Bedeutung, denn vor allem die Fahrzeughersteller müssen diese überwachen. Allerdings ist es natürlich wichtig, die aktuell gültige Abgasnorm zu kennen, um diesen Faktor beim Autokauf mit einzubeziehen. Denn wer heute einen Neuwagen zum ersten Mal zulassen möchte, muss ein Auto der Norm Euro 6d-Temp-EVAP-ISC oder besser besitzen. Zudem könnten auch Autofahrer in Zukunft zur Kasse gebeten werden, wenn sie besonders ineffizient fahren und beispielsweise einen erhöhten CO2-Verbrauch verursachen.

Die Abgasnormen und Zulassungsdaten

Abgasnorm Typzulassungen Neuzulassungen
Euro 6b 01.09.2014 01.09.2015
Euro 6c 01.09.2017 01.09.2018
Euro 6d-Temp 01.09.2017 01.09.2019
Euro 6d-Temp-EVAP ²- ² -
Euro 6d-Temp-ISC 01.01.2019 01.01.2020
Euro 6d-Temp-EVAP-ISC 01.09.2019 01.09.2019
Euro 6d 01.01.2020 01.01.2021
Euro 6d-ISC 01.01.2020 01.01.2021
Euro 6d-ISC-FCM 01.01.2020 01.01.2021

² Diese Abgasnorm ist freiwillig.

Bei der Zulassung eines Autos gibt es zwei entscheidene Daten: das Datum der Typgenehmigung und die Erstzulassung eines bestimmten Pkws. Bei der allgemeinen Typgenehmigung oder auch Typprüfung erteilen Fachinstitute einer Baureihe eines Automobilherstellers und den verschiedenen Motor-Getriebe-Kombinationen der jeweiligen Baureihe die dauerhafte Zulassung. Bis zum 31. Dezember 2020 laufen die Typgenehmigung und Erstzulassung parallel.

Das Datum der Neuzulassungen gibt an, welche Abgasnorm ein Pkw erfüllen muss, um neu zugelassen zu werden. Das müssen Sie oft selbst übernehmen, können aber auch Ihren Autohändler fragen, ob er Ihnen dabei behilflich ist. Die Anmeldung findet bei der Kfz-Zulassungsstelle statt, wobei die Zulassungsstelle zuständig ist, die Ihrem Hauptwohnsitz zugeordnet ist.

So finden Sie die Abgasnorm Ihres Autos

Wenn Sie erfahren möchten welche Euro-Norm Ihr Auto erfüllt, dann können Sie dies Ihrer Zulassungsbescheinigung, auch Fahrzeugschein genannt, entnehmen. Unter der Position 14.1. müssen Sie die letzten beiden Ziffern ablesen, denn diese stellen den Schadstoffschlüssel dar. Hier finden Sie eine kleine Übersicht zu den Schadstoffschlüsseln und Euro-Normen:

Euro-Norm Schlüsselnummern
Euro 1 01 - 04, 09, 11 - 14, 16, 18, 21, 22, 77
Euro 2 25 - 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71
Euro 3 30, 31, 36, 37, 42, 44 - 61
Euro 4 32, 33, 38, 39, 43, 62 - 70
Euro 5 35AO bis 35MO
Euro 6 36NO bis 36YO
Sonstige 00, 05 - 08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88

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Die wichtigsten Begriffe zu Abgasnormen

Schon die Bezeichnungen der Abgasnormen kann verwirrend sein mit den ganzen Kürzeln und Begriffen. Damit Sie in Zukunft keine offenen Fragen mehr zu diesem Thema haben, finden Sie hier eine Auflistung der wichtigsten Begrifflichkeiten.

Was sind der NEFZ- und der WTLP-Zyklus

Der Unterschied zwischen dem NEFZ-Zyklus (Neuen Europäischen Fahrzyklus) und seinem Nachfolger, dem WTLP-Zyklus ist vor allem der Schwierigkeitsgrad der Tests. Bei dem NEFZ-Zyklus wird das Abgasverhalten nur auf dem Prüfstand, d.h. unter Laborbedingungen, gemessen. Dies wurde bei den Abgasnormen bis zur Norm Euro 6b angewendet und lässt den Herstellern einen deutlich größeren Spielraum für Optimierungen.

Wenn ein Auto durch den WTLP-Zyklus (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) getestet wird, dann wird es unter verschärften Bedingungen als zuvor gemessen. Dies erlaubt den Herstellern weniger Schlupflöcher, da das Auto nun stärker beschleunigt und zudem mit unterschiedlichen Ausstattungen getestet werden muss. Es wurde beispielsweise bei der Euro 6c Norm, der Euro 6d-Temp, der Euro 6d-Temp-EVAP sowie der Norm Euro 6d angewendet.

Was ist das RDE-Verfahren

RDE steht für Real Driving Emissions und beschreibt das Testverfahren, bei dem das Abgasverhalten von Autos unter realen Fahrbedingungen gemessen wird, was beispielsweise bei derAbgasnorm Euro 6d, der Euro-6d-Temp-Norm und der Norm Euro 6d angewendet wurde. Das Messen des realen Abgasverhaltens war ein wichtiger Schritt, um die Anforderungen an die Autohersteller zu steigern und die Möglichkeiten für Schlupflöcher und Dieselskandale eindeutig zu mindern.

Der Unterschied zwischen der Euro-6d-Temp-Norm und der Euro-6d-Norm ist der erlaubte Umrechnungsfaktor. Die Abgasnorm Euro 6d-Temp erlaubt einen 2,1-fachen NOx-Ausstoß im Vergleich zu den Messungen am Prüfstand. Das bedeutet, dass aus den 80 mg/km auf dem Prüfstand im Realbetrieb maximal 168 mg/km werden dürfen. Die Abgasnorm 6d senkt diesen Umrechnungsfaktor auf 1,42, wodurch im Realbetrieb maximal 114,4 mg/km ausgestoßen werden dürfen.

Was heisst EVAP bei Abgasnormen

Die Abkürzung EVAP steht für Evaporative Emission, was im Deutschen als Verdunstungsemission bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um den Prozess des Verflüchtigens von Kohlenwasserstoffverbindungen, die durch Verdunstung das Auto verlassen. Dabei verdunsten die Kohlenwasserstoffverbindungen aus organischen Materialien und Kraftstoff, wobei es sich nicht um Abgasemissionen handelt.

Abgasemissionen sind die Abgase, die bei laufendem Verbrennungsmotor über die Abgasanlage ausgestoßen werden. Die Verdunstungsemissionen sind alle sonstigen Abgase, die aus dem Fahrzeug herausdampfen und verdunsten. Die Abgasnormen, die den Zusatz EVAP tragen, setzen einen Test voraus, bei dem alle vom Fahrzeug abgegebenen Schadstoffe gemessen werden.

Mit dem neuen entwickelten Prüfverfahren wird die komplette Schadstoffabgabe in verschiedenen Testsituationen gemessen. Dabei wird beispielsweise der Kohlenwasserstoffaustritt über den Aktivkohlefilter im Tank gemessen. Da bei dem Verfahren verschiedene Testsituationen überprüft werden, dauert der Test sehr lange, denn jeder Testzyklus dauert 210 min. In einem Testzyklus wird eine Temperatur gemessen und um verschiedene Temperaturverhältnisse messen zu können, wird der Test 50 Mal hintereinander durchgeführt.

Fuel-Emissionen und Non-fuel-Emissionen

Bei den Abgasen und Emissionen unterscheidet man im allgemeinen zwischen Non-fuel-Emissionen und Fuel-Emissionen. Wie der Name bereits sagt, handelt es sich bei den Fuel-Emissionen um Abgase, die durch den verdampfenden Kraftstoff entstehen.

Non-Fuel-Emissionen sind die Kohlenwasserstoffe, die nicht vom Kraftstoff abgegeben werden. Dazu zählen Emissionen von anderen Betriebsmitteln in Fahrzeugen, wie etwa Kühlflüssigkeit, Öl, Waschwasser, Kältemittel, Öle und andere Schmierstoffe.

Über einen längeren Zeitraum hinweg verändert sich das Verhältnis von Non-Fuel-Emissionen zu den Fuel-Emissionen. Die Non-Fuel-Emissionen werden zum Großteil innerhalb einer kürzeren Zeit abgegeben, bleiben danach allerdings auf einem konstant niedrigem Niveau. Die Fuel-Emissionen werden wiederum über einen längeren Zeitraum hinweg vermehrt abgegeben, da die Durchlässigkeit für Kohlenwasserstoffe durch die Alterung steigt.

Was bedeutet ISC

Die Abkürzung ISC steht für In-Service-Conformity-Tests und bedeutet, dass auch Fahrzeuge die sich bereits im Verkehr befinden, nachweisen müssen, dass sie die Abgasregulierungen erfüllen. Kurz gesagt muss die Abgasnachbehandlung dauerhaft bei Autos funktionieren. Diese Tests sind seit dem 1. Januar 2019 für alle Typgenehmigungen und seit dem 1. September 2019 für alle Neuzulassungen verpflichtend. In den USA werden die ISC-Tests bereits seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt.

Das bedeutet FCM

FCM steht kurz für Fuel Consumption Monitoring und heißt, dass ein Auto seinen realen Kraftstoffverbrauch im gesamten Fachbetrieb speichern muss, d.h. auch für den Zeitraum, in dem sich das Auto in Kundenhand befindet. Voraussetzung für diese Kontrolle ist allerdings, dass alle Fahrzeuge ein eingebautes Verbrauchsmessgerät haben müssem, welches als On-Board Fuel Consumption Meter oder kurz OBFCM bezeichnet wird.

Wenn die Autos über einen sogenannten OBFCM verfügen, können die Werte über eine Diagnose-Schnittstelle ausgelesen und bewertet werden, was wahrscheinlich gleichzeitig zur HU erfolgen wird. Die FCM ist seit dem 1. Januar 2020 Pflicht für alle neuen Fahrzeugtypen und ab dem 1. Januar 2021 dann für alle neu zugelassenen Autos.

Diese neue Regelung zieht einige Ungewissheiten und Risiken nach sich und vor allem Fahrer und Autobesitzer von Plug-in-Hybriden sollten sich auf böse Überraschungen gefasst machen. Vor allem bei Plug-in-Hybriden ist der Realverbrauch häufig wesentlich höher als der Normwert dies vorschreibt, denn viele Autofahrer verzichten einfach auf das Aufladen des Stroms und nutzen den Hybridpart des Autos nicht wirklich.

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